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Vermögensanlagen: Anleihen profitieren von geänderten Steuerregeln
Im Jahr 2005 sorgte das Alterseinkünftegesetz dafür, dass Selbstständige ihre Depotzusammensetzung mit Blick auf den Ruhestand überdenken mussten. Anfang 2007 brachte der geminderte Sparerfreibetrag besonders bei Zinspapieren Einbußen in der Nachsteuerrendite. Nun soll es ab 2009 über die Abgeltungsteuer zu ganz neuen Spielregeln kommen. Diese bringen dem Anleger im Rentenbereich per saldo Verbesserungen, da Zinsen nur noch pauschal mit maximal 25 v.H. besteuert werden. So müssen sich konservativ ausgerichtete Freiberufler erneut umstellen und bereits beim derzeitigen Erwerb über passende Produktalternativen nachdenken.
Auswirkung der steuerlichen Änderungen
Anleihen zählen zu den risikoloseren Anlageprodukten, jedoch ist damit auch die steuerliche Erfassung der Erträge sehr ausgeprägt und lässt wenig Raum für steuerfreie Einnahmen. Die seit Jahrzehnten herrschende Benachteiligung von Anleihen wird sich aber 2009 wandeln, wenn das Risiko bei der Geldanlage nicht mehr gesondert belohnt wird. So werden alle Wertpapiere auf einer Stufe mit dem gleichen Tarif besteuert. Es wird keine Rolle mehr spielen, ob die Erträge aus Kursgewinnen oder Ausschüttungen stammen. Davon profitieren Anleihen besonders, da die Zinsen auch nicht mehr die Progression der übrigen Einkünfte von Selbstständigen belasten.
Dieser generelle Renditeschub fällt aber nicht immer gleich aus. Besonders profitieren Anleihen in Form von Finanzinnovationen nach § 20 Abs. 2 Nr. 4 EStG, da die Summe aus Zinsen und Kursgewinnen moderater als derzeit besteuert wird. Die größten Gewinner sind abgezinste Papiere wie Bundesschatzbriefe oder Zerobonds. Denn der geballte Einnahmezufluss auf einen Termin wird nicht mehr zu einem Progressionssprung führen und die zwischenzeitlichen Zinseszinseffekte bleiben weiterhin unbelastet.
Anders sieht es hingegen bei den festverzinslichen Wertpapieren mit geringem Kupon aus. Diese notieren meist unter 100 v.H., sodass sich sichere Gewinne bis zur Rückzahlung zum Nennwert aufbauen, die nach Ablauf der Jahresfrist steuerfrei bleiben. Dieser kleine Freiraum für Zinsanleger entfällt, wenn die Abgeltungsteuer die niedrigen Zinsen und auch das Kursplus erfasst. Da diese Anleihen unter pari ohne den Steuereffekt meist weniger Rendite als vergleichbare Papiere mit hohem Kupon bieten, werden sich ihre Notierungen nach unten anpassen. Gleichzeitig werden die gerade erst durch den gesunkenen Sparerfreibetrag vielfach kreierten Rentenfonds vom Markt verschwinden, die auf Kursgewinne setzen.


