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„Burn-out“ – das Syndrom der Leistungsträger

Schlagwörter: Burn-out, Syndrom, Leistungsträger, Stress, Hormonsystem, Ausgebranntheit, Burnout, Schlaflosigkeit, Schlaganfall, Psychopharmaka

Rödl & Partner

Dr. Lars Lindenau

Beraterprofil

Das „Burn-out-Syndrom“, das „Ausgebranntsein“, wurde erstmals im Jahr 1974 von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger beschrieben. Das Risiko des „Ausgebranntseins“ tragen insbesondere Leistungsträger. Da beständige Anspannung ohne entsprechende Phasen der Entspannung praktisch jeden Menschen, vom Kleinkind bis zum Hochbetagten, treffen kann, ist das Burn-out-Syndrom ubiquitär zu beobachten.

Dennoch sind es gerade die Menschen in hoher Verantwortung mit einem besonderen Leistungsanspruch und besonderer Motivation, die gefährdet sind, „auszubrennen“. Hierzu zählen insbesondere Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern, Gefängnispersonal, Politiker, Juristen und Fondsmanager. Die Arbeit nahezu ohne Pausen, der Verzicht auf Erholungsphasen und die Missachtung der eigenen Bedürfnisse führen häufig zu Symptomen wie Schlaflosigkeit, chronisches Müdigkeitssyndrom, Konzentrationsschwäche und depressiver Verstimmung. Inadäquate Entlohnung bei hoher Verantwortung ist eine weitere heute anerkannte wesentliche Ursache.

Nach den Phasen des Enthusiasmus, der Stagnation, der Frustration und Apathie kommt es letztlich zur Phase des Burn-outs. Vielfältige körperliche Symptome mit zum Teil schwerwiegenden Erkrankungen können die Folge sein. Weitreichend sind die Konsequenzen – sowohl für den Einzelnen als auch die Gesellschaft. In Deutschland rechnet man mit neun Millionen Betroffenen, die jährliche Kosten von 6,3 Milliarden Euro für die Volkswirtschaft verursachen.

Wichtig ist also, ein Frühwarnsystem zu installieren. Dies setzt die Kenntnis der Symptome und ein neues Verständnis der Diagnostik und Therapie voraus. Aus dem angloamerikanischen Sprachraum kommt der wissenschaftliche Begriff der  "Psychoneuroendokrinoimmunolgie“: Der erlebte, von außen kommende Stressor wird von den Hirnnerven, den Neuronen, verarbeitet. Dadurch werden die Hormone (das Endokrinium) beeinflusst mit dem Ergebnis, dass sich das Immunsystem verändert. Erkannt wurde also, dass die Stressverarbeitung Einfluss auf unser Hormonsystem und die körpereigene Abwehr hat. Eine suboptimale Verarbeitung des Stresses hat einen entsprechend negativen Einfluss auf unseren Körper.

Die gute Botschaft ist, dass man diese Veränderungen heute durch Blut- und Urinanalysen feststellen kann. Außerdem haben wir mit der sogenannten HRV-Messung (HRV = Herzfrequenzvariabilität) die Möglichkeit, die Kohärenz des Herzrhythmus zu diagnostizieren und durch Biofeedbackverfahren, falls notwendig, zu verbessern.

Eine ungenügende Kohärenz erhöht das Risiko für Erkrankungen wie Hypertonie, Schlaganfall und Herzinfarkt. Im Zentrum des Interesses stehen hierbei die Neurotransmitter, Substanzen, welche die Information im synaptischen Spalt von Neuron zu Neuron weitergeben und dann unser vegetatives Nervensystem, insbesondere den Sympathikus und Parasympathikus beeinflussen. Eine Störung der Balance der Neurotransmitter führt zu einer Balancestörung im zentralen und peripheren Nervensystem.

Der therapeutische Ansatz sollte in der Balancierung der Neurotransmitter, wie z. B. Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin, bestehen. Dies gelingt durch spezielle Aminosäuren, die als Vorstufen besonders gute Wirksamkeit zeigen. Um längerfristig das gestörte System widerstandsfähig zu machen, setzen wir neben Infusionen mit hochdosierten Vitaminen und Antioxidantien meditative Verfahren, wie die Achtsamkeitsmeditation, Entspannungsübungen, Biofeedbackverfahren mit „Heart Math“, Photonentherapie und Magnetfeldtherapie ein.

Integrativer Bestandteil unseres Konzeptes sind therapeutische Gespräche, welche die persönliche und berufliche Situation reflektieren, aufarbeiten und einen Lösungsansatz erarbeiten. Sie sind die Voraussetzung für eine zukünftig bessere Stressverarbeitung. Hierbei kann man davon ausgehen, dass dem von außen kommendem Stress in seiner Gewichtung 30 Prozent und der mentalen Verarbeitung desselben 70 Prozent zugeordnet werden. Dies bedeutet, dass die individuelle Reaktion auf äußere Einflüsse wesentlich ist und im Blickfeld moderner therapeutischer Ansätze stehen sollte. So gelingt es häufig, den Einsatz von Psychopharmaka zu vermeiden und die Problematik neben dem normal weitergehenden Berufsleben „in den Griff“ zu bekommen. Effektiv, schonend und kostengünstig ist das Postulat für die Behandlung des Burnout-Syndroms. Erfüllt wird es durch den ganzheitlichen Ansatz der angesprochenen Maßnahmen, den wir im Rahmen unserer Präventions-Sprechstunde für „Sie und Ihn“ anbieten.

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