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    Oliver Frielingsdorf

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4. IWW-Kongress "Ärzteberatung": Perspektiven der freiberuflichen Einzelpraxis

Schlagwörter: 4.IWW-Kongress, Praxis Ärzteberatung, Freiberuflichkeit, Ärztemangel, Filialisierung, Übernahme, Partner, Zulassung, Praxisnetz, überörtliche Gemeinschaftspraxis, Haftung, Vergütungssystem, Ärzte-GmbH


 

Viele der rund 270 Teilnehmer des 4. IWW-Kongresses „Praxis-Ärzteberatung" am 12.3.10 werden sich in den letzten Jahren gefragt haben, ob es „Chancen und Perspektiven" für freiberufliche Einzelpraxen in Zukunft überhaupt noch geben wird. Was kann ein Berater einem Mitte 60-jährigen Praxisinhaber, der in den nächsten Jahren seine Einzelpraxis verkaufen möchte, guten Gewissens raten? Welche Handlungsempfehlungen soll er dem Jungarzt in einer Gründungsberatung an die Hand geben? Hier sind einige der Antworten, die auf dem Kongress gegeben wurden.

Freiberuflichkeit der Ärzte weiterhin tragende Säule

Die guten Neuigkeiten sind zum einen, dass in dem Koalitionsvertrag der neuen Regierung ausdrücklich die „Freiberuflichkeit" der Ärzte als tragendes Prinzip der Gesundheitsversorgung postuliert wird, und zum anderen, dass mit Wirkung zum 1.10.08 die Altersgrenze von 68 Jahren für die Zulassung zur vertragsärztlichen Tätigkeit aufgehoben wurde. Daneben entfiel auch die Zugangsaltersgrenze von 55 Jahren für den Erhalt der Zulassung.

Ärztemangel ist schon jetzt abzusehen

Tatsache ist aber, dass in den Jahren 2007 bis 2017 der Ersatzbedarf an Ärzten rund 77.000, d.h. ca. 8.000 pro Jahr, beträgt. Betrachtet man die Statistiken zu der jährlichen Zahl an Absolventen im Fach Humanmedizin (ca. 8.700), so scheint auf den ersten Blick eine Deckungsgleichheit zu bestehen. Zur Zeit lässt sich aber nur die Hälfte der teuer ausgebildeten Ärzte in freier Praxis nieder. Die Gründe hierfür sind u.a.:

  • Unsicherheit über wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z.B. Zulassungsbeschränkungen, Vergütung, Selektivverträge) und damit mangelnde Planbarkeit der beruflichen Zukunft.
  • Der Frauenanteil steigt (andere Lebensplanung und Lebensarbeitszeit, Angestelltenverhältnisse werden bevorzugt).
  • Überbordende Bürokratie (von Seiten der Krankenkassen und der KVen sowie der Steuerbehörden).
  • Keine Vernetzung/Kooperation der zum Kauf angebotenen Praxen.

Die Folge wird sein, dass in den nächsten Jahren der bereits angekündigte Ärztemangel wie eine große Welle auf uns zukommen wird. Dies hat u.a. zur Folge, dass es für weniger attraktive Einzelpraxen noch weniger bzw. gar keine Käufer mehr geben wird.

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